Nählexikon – häufige Begriffe die beim Nähen immer auftauchen erklärt

 Kleines Nählexikon

Heute möchten wir euch einige der wichtigsten Begriffe in unserem Nählexikon erklären, die immer wieder in unseren Anleitungen vorkommen. Die Nähwelt hat natürlich auch seine Fachbegriffe und vielleicht können wir dem ein oder anderen hiermit helfen, wenn sie mal wieder über Nähbegriff stolpern, der nicht ganz klar ist. Am besten pinnt ihr euch dieses Vorschaubild auf Pinterest so findet ihr diesen Artikel immer wieder. Oder ihr sucht bei Google farbenmix Nählexikon 🙂

Nählexikon - das kleine farbenmix Nählexikon erklärt die häufigsten Begriffe aus der Nähwelt

Dieses kleine Nählexikon kann natürlich nicht alle Begriffe abdecken. Solltet ihr bei einer Anleitung über einen Begriff stolpern, der hier nicht aufgeführt ist, dann könnt ihr jederzeit auch eine Email an naehfragen (ät) farbenmix.de schicken.

 

A

Abnäher: Sind keilförmige Nähte, die von der breiten Seite in Richtung Spitze genäht werden. Wichtig ist, dass sie an der Spitze flach auslaufen, damit keine Beulen entstehen. Mit Annähern, kann man Kleidungsstücke anpassen. Zum Beispiel durch Abnäher im Rücken oder natürlich auch an der Brust. Auch findet man bei Hosen Abnäher im Kniebereich.

Abschlüsse: Damit sind die offenen Kanten gemeint. Zum Beispiel der Halsausschnitt oder auch die Ärmelöffnung. 

Abketteln:  Am Beispiel bei der Overlock: Nähst Du mit der Overlock über den Stoff hinaus, steht eine Fadenkette über. Diese fädelst du auf eine dicke Nadel (Stopfnadel) und ziehst sie dann wieder in die bereits genähte Naht durch. So steht nichts über und kann auch nichts ausfransen.

Absteppen: Wenn Du zwei Stoffteile zusammengenäht hast dann bügelt man die Nähte meistens zu einer Seite und steppt mit einem Geradstich oder Zierstich, knapp an der zuvor genähten Naht noch einmal auf der rechten Stoffseite ab.

Applizieren: Beim Applizieren näht ihr ein Stoffmotiv auf. Wie das geht, haben wir euch hier ausführlich erklärt.

Ausfransen: Gerade bei Webware, kann es passieren, dass die Stoffkanten ausfräsen. Das kann manchmal ein Stilmittel sein, aber normalerweise versäubert man die Stoffkanten entweder mit einem Zickzackstich oder mit der Overlock um das Ausfransen zu verhindern. Bei der Chenille Technik, kann man durch das Ausfransen einen tollen Effekt erzielen.

B

Beleg: Mit einem Beleg kann zum Beispiel der Halsausschnitt schön versäubert werden. Er hat die gleiche Form wie der Halsausschnitt und wird rechts auf rechts genäht, gewendet und dann gebügelt. Hier könnt ihr es genauer anschauen:  Belegverarbeitung (Blenden/Besätze).

Biesen:  Das sind schmale abgesteppte Fältchen entweder zur Zierde oder auch zum Einhalten der Weite. Oft sieht man sie bei Kleidern und Blusen im Brustbereich aber auch im Taillenbereich.

Binding: Ein breiter Schrägstreifen mit dem die Außenkante einer Quiltdecke ( oder Patchworkdecke) verzaubert wird.

Blende: Eine Blende ist ein weiteres Schnittteil mit dem Kanten und Ausschnitte verzaubert werden können. Im Gegensatz zum Beleg wird eine Blende auf die rechte Stoffseite gelegt und ist somit sichtbar. Mit farbig kontrastierenden Stoffen können so Kanten und Ausschnitte betont werden.

Blindstich: Den Blindstich könnt ihr entweder von Hand setzen oder ihr benutzt den speziellen Blindstichstichfuss an der Nähmaschinen. Er wird für Saumabschlüsse und natürlich auch zum Schließen von Wendeöffnungen benutzt. Manche sagen auch Matrazenstich.

Brustabnäher: Der Brustabnäher (siehe Abnäher) ist eine Falte um den Stoff optimal um die Rundung zu formen und damit eine schöne Passform zu erhalten.

Bügeleinlage: Ist ein Gewebe, dass mit Kleber beschichtet ist. Es verstärkt den Stoff und zum Beispiel beim Applizieren, ist es von großem Vorteil. Es gibt viele verschiedene Einlagen für jeden erdenklichen Einsatz.

C

Coverlock: Eine Coverlock Maschine setzt Säume oder auch Ziernähte ohne dass dabei der Stoff abgeschnitten wird.

D

Differentialtransport: Er steht aus zwei Transporteuren und somit kann er die Geschwindigkeit des oben- und unterliegenden Stoff steuern. Einige Nähmaschine besitzen einen Differentialtransport und auch bei Cover- und Overlock Maschinen wird er angeboten.

E

Ebook: In der Nähwelt bezeichnet man Schnittmuster zum sofort ausdrucken als Ebook. Mehr Infos zu den farbenmix Ebooks findet ihr in diesem Beitrag.

Einfassen: Das Einfassen ist eine Möglichkeit zur Versäuberung von offenen Kanten und Säumen. Man benötigt dazu Schrägstreifen, also schmale Stoffstreifen die im schrägen Fadenlauf zugeschnitten werden. Diese könnt ihr entweder selbst herstellen oder auch im Handel wird Schrägband verkauft.

Einhalten: Wenn zwei unterschiedlich lange Stoffteile zusammengesetzt werden sollen, muss bei dem längeren die Weite „eingehalten“ werden. Die Mehrweite wird also an die kürzere Länge angepasst.

Einkürzen: Zurückschneiden der Nahtzugabe nach dem Nähen.

F

Fadenlauf: Ein gewebter Stoff besteht immer aus Kett- und Schussfäden. Die Kettfäden sind die auf dem Webstuhl gespannten Fäden, die Schussfäden sind die, die waagerecht hindurch „geschossen“ werden. Der Fadenlauf verläuft somit immer parallel zur Kettrichtung und zur Webkante.
Damit Kleidungsstücke gut sitzen ist die Berücksichtigung des Fadenlaufs wichtig. Er sollte immer senkrecht zum Körper verlaufen. Auf den Schnitten ist der Fadenlauf meist mit einem Strich und Pfeil angegeben, dieser sollte sich mit den Kettfäden im Stoff decken.  Werden Schnittteile im Stoffbruch zugeschnitten, so entspricht dieser dem Fadenlauf.

Fadenspannung: Wird an der Nähmaschine eingestellt. Normalerweise verstellt man nur die Spannung des Oberfadens. Das reicht meistens.

G

Godet: Nennt man ein keilförmiges Schnittteil in meist gerade geschnittenen Röcken, Kleidern oder Mänteln. Die Kleidungsstücke bekommen dadurch am Saum eine schön glockig schwingende Weite.

H

Heften: Dient zum fixieren der Stofflagen beim Nähen und wird danach wieder aufgetrennt. Man benutzt einen Heftfaden, dieser reißt einfach und kann so leicht wieder rausgezogen werden. Mittlerweile wird auch viel geklammert und mit Stecknadeln fixiert. Man kann auch mit einer lockeren Fadenspannung an der Machine und langen Stichen heften.

Hüftpasse: Mit Hüftpasse bezeichnet man meist das Schnittteil, welches vorne (oder auch hinten) auf der Hüfte liegt und vom eigentlichen Vorderteil separat zugeschnitten wird. Bei Röcken und Hosen sind an dieser Stelle oft Hüftpassentaschen zu finden, die aus dem Vorderteil, dem eigentlichen Taschenbeutel und dem Hüftpassenstück mit angeschnittenem Taschenbeutel zusammengesetzt werden. Das rückwärtige Hüftpassenstück wird auch Sattel genannt.

K

Kappnaht: Oft verwendet bei der Innenbeinnaht von Jeans. Sie ist besonders reißfest.

Klappkantig: Von knappkantigem Absteppen spricht man, wenn eine zuvor genähte Naht im Abstand von 3- 5mm gesteppt wird. Dies kann mittels Geradstich oder Zierstich erfolgen.

Knips: Ein kleiner Einschnitt in der Nahtzugabe. Zum Beispiel da wo Schnitteile aufeinander treffen sollen oder auch um Nahtenden zu kennzeichnen.

L

Linke Stoffseite: Diese Seite ist beim Kleidungsstück innen. Bei Stoffen ist es die „nicht so schöne“ Seite. Manchmal zum Beispiel bei Leinen oder Walk ist es nicht so einfach zu erkennen. Wir empfehlen sich das dann zu markieren. Ist man völlig unsicher, bietet die Webkante einen Anhaltspunkt. Darin sind kleine Einstiche enthalten, die immer von rechts nach links gestochen werden, d.h. die Einstichstelle ist auf der linken Seite etwas erhaben.

Links auf Links: In wenigen Ausnahmefällen werden Schnittteile links auf links genäht. Das heisst, dass die rechten, guten Stoffseiten nach außen zeigen und beim Nähen zu sehen sind.

M

Mehrgrößenschnitt: Ein Schnittmuster bei dem mehrere Größen angeboten werden meistens auf einem Schnittbogen oder Datei bei einem Ebook.

Musterrichtung: Beim Nähen ist es wichtig auf die Musterrichtung des Stoffes zu achten. Bei manchen Stoffen ist es ganz klar, wie das Muster zu berücksichtigen ist. Manchmal ist eine Musterrichtung aber nicht so ganz offensichtlich, bei geringelten Stoffen kann z.B. die Abfolge der Ringel unterschiedlich sein, bei Karostoffen die Breite der Streifen unterschiedlich. Es gibt auch Stoffe da ist die Musterrichtung erst auf den zweiten Blick zu erkennen, bzw. fast nur zu fühlen. Dazu zählen Cord, Velour, Nicky und Samt. Diese Stoffe haben eine Strichrichtung, je nachdem wie man mit der Hand darüber „streicht“ fühlt es sich weich (mit dem Strich) oder strubbelig an (gegen den Strich). Auch hier ist darauf zu achten, dass die Richtung innerhalb des Schnittes immer gleich bleibt.

N

Nahtzugabe: Unter Nahtzugabe versteht man den Abstand von Schnittkante zur eigentlichen Naht. Sie beträgt in der Regel 1 cm, an Säumen wird 3-4 cm empfohlen. Vor dem Zuschneiden ist immer zu klären ob eine Nahtzugabe, und wenn ja wie viel, bereits im Schnitt enthalten ist oder nicht. Entsprechend den Angaben sollte dann auch zugeschnitten werden.

O

Oberfaden: Ist der Faden der von der Garnrolle kommt und sich beim Nähen auf der Oberseite befindet.

Overlock: Ist eine Kittelmaschine. Die mit 2, 3, 4 oder bis zu 5 Fäden gleichzeitig arbeitet. Je nach Fadenanzahl erhaltet ihr verschiedene Nähte. Die Overlocknaht erledigt gleich mehrere Schritte. Sie versäubert die Kante, vernäht und schneidet die Kante gleichzeitig auch sauber ab. Die Nähte sind elastisch.

P

Papierschnittmuster: Auf einem Schnittmusterbogen aufgedrucktem Schnittmuster. Alles rund um unsere Papierschnittmuster habe ich euch hier zusammen gefasst.

Passe: Unter Passe im Allgemeinen versteht man ein vom eigentlichen Schnittteil abgetrenntes Schnittteil. Wenn z.B. bei einem Vorderteil einer Jacke im Schulterbereich ein separates Schnittteil vorliegt, so würde dieses als Schulterpasse bezeichnet. Bei Röcken und Hosen spricht man von Hüftpassen, bei rückwärtigen Rockteilen und Hosenbeinen auch von Sattel.

Passzeichen: Sind kleine Markierungen im Schnittmuster, die ihr auf den Stoff übertragen müsst. Sie helfen bei der Orientierung um die Schnittteile an der richtigen Stelle zusammenzusetzen.

R

Rechte Stoffseite: Die rechte Stoffseite ist Seite, die beim späteren Kleidungsstück außen liegt. Sozusagen die schönere Seite.Wenn Stoff im Stoffbruch liegend gekauft wird, liegt „meist“ die rechte Seite außen.
Ist man völlig unsicher, bietet die Webkante einen Anhaltspunkt. Darin sind kleine Einstiche enthalten, die immer von rechts nach links gestochen werden, d.h. die Einstichstelle ist auf der linken Seite etwas erhaben auf der rechten Seite ganz flach und nach innen gewölbt.

Rechts auf rechts: In den meisten Fällen werden Schnittteile rechts auf rechts gelegt und genäht. Das bedeutet, dass die rechten, schönen Stoffseiten aufeinander gelegt werden müssen, damit die Naht am vollendeten Kleidungsstück später außen nicht zu sehen ist.

Riegel: Einen Riegel näht man an stark beanspruchten Stellen eines Kleidungsstückes, z.b. an die Ecken von aufgesetzten Taschen bei Hosen. Es ist eine dicht genähte Reihe/Raupe mit kleinen Zickzackstichen.

Rollsaum: Die offene Schnittkante wird mit einem engen Zickzackstich vernäht und dabei ist die Fadenspannung hoch eingestellt. Dadurch entsteht eine wellige Kante.

Rückwärtige Mitte: Die rückwärtige Mitte ist genau die Linie, die das Rückenteil in zwei Hälften teilt. Wird das Rückenteil nicht durch eine Naht getrennt, liegt der Stoff beim Zuschneiden hier im Stoffbruch.

Rüsche: Ist ein Stoffstreifen, der an das Kleidungsstück angesetzt wird. Kann entweder gekräuselt werden oder in Falten gelegt werden.

S

Saum: Ist die offene Kante des Kleidungsstückes. Sie wird nach innen umgeschlagen und anschliessend festgenäht.

Smoken: Von Hand fixierte Fältchen mit Ziereffekt. Der Stoff wird mehrfach eingereiht. Wird ein Gummifaden verwendet ist der Bereich auch elastisch.

Stichplatte: Ist die Metallplatte an der Nähmaschine. Orientierungslinien sind darauf markiert, so dass du dich daran orientieren kannst.

Stoffbruch: Bei Vorder- und Rückenteilen findet man den Begriff „Stoffbruch“ auf dem Schnitmuster. Das bedeutet, dass der Stoff hier parallel zum Fadenlauf und Webkante doppelt gelegt werden muss, um aus dem nur halb vorliegendem Papierschnittteil ein komplettes Vorder- bzw. Rückenteil ohne Mittelnaht zu erhalten. Das halbe vorliegende Papierschnittteil wird dazu direkt, ohne Nahtzugabe an den Stoffbruch angelegt.

Strichrichtung: Bei Cord, Samt, Velour, Nicky und anderen flauschigen Stoffen liegen die „Haare“ meist in eine Richtung. Man spürt das gut, wenn man in Fadenlaufrichtung mit der Hand über die Stoffe streicht. Fühlt es sich glatt an, so streicht man „mit dem Strich“, fühlt es sich strubbelig an, so streicht man gegen den Strich. Beim Zuschneiden ist darauf zu achten, dass alle Schnittteile in die gleiche Strichrichtung gelegt werden.

U

Über/Untertritt: Bei einem Über- bzw. Untertritt handelt es sich um eine überstehende Stoffkante, die meist zu Verschlusszwecken benötigt wird, also an Mänteln, Jacken, Blusen und bei Hosen und Röcken für den Reißverschluss. Auf dem Untertritt wird der Knopf befestigt, auf dem Übertritt wird das Knopfloch gearbeitet. Beim Reißverschluss wird eine Seite auf dem Untertritt, die andere auf dem Übertritt festgenäht.

Unterfaden: Das ist der Nähfaden, der von der Spule kommt und sich dann auf der Unterseite des vernähten Stoffes befindet.

Verriegeln: Am Anfang und am Ende wird vor und rückwärts genäht, damit sich die Naht nicht auftrennt. 

Verstürzen: Wenn zwei Stoffteile rechts auf rechts zusammengenäht werden, die Nahtzugabe auf knapp 0,5 cm zurück geschnitten und dann auf rechts gewendet wird, sprich man von Verstürzen. Nach dem Wenden schiebt man die Naht ganz in die Kante und bügelt das Genähte, so dass ein glatte Kante entsteht. Meist wird auch noch knappkantig abgesteppt.

Volant: Ein Volant ist ein, meist an Kleidern oder Röcken angenähter wellig fallender Stoffstreifen. Im Vergleich zur Rüsche wird er nicht gekräuselt angenäht, sondern kreisförmig zugeschnitten und glatt angenäht. Die so entstandenen Wellen sind vom Fall her weicher.

Vordere Mitte: Die vordere Mitte ist genau die Linie, die das Vorderteil in zwei Hälften teilt. Bei einem Shirt ohne Naht liegt hier der Stoff beim Zuschneiden dann im Stoffbruch. Bei einer Bluse oder einem Mantel mit Knopfleiste ist das die Linie wo Über-/Untertritt deckungsgleich aufeinander liegen.

W

Webkante: Die Webkante ist die ein bisschen festere Kante an der Seite. Oft ist sie verklebt, damit nichts ausfranst. Ihr findet oft Informationen über Hersteller und teilweise auch Pflegehinweise oder der Name der Kollektion.

Wiener Naht: Ist eine vom Armausschnitt nach unten laufenden bogenförmige Naht. Wird meistens bei Kleider, Blusen, Blazern und Mäntel benutzt. Wirkt figurbetont.

 

Natürlich kann unser kleines Nählexikon nicht alles ausführlich erklären, dafür empfehlen wir euch Fachliteratur. Aber ich hoffe gerade für Nähanfänger konnten wir euch den ein oder anderen Begriff erläutern. Wir werden immer wieder dieses kleine Nählexikon erweitern und mit Links weiter füllen. Es lohnt sich also das Nählexikon abzuspeichern. Am einfachsten über Pinterest oder als Lesezeichen oder ihr druckt es euch aus. Ganz wie es für euch am Besten ist.

Wir wünschen euch ganz viel Spaß beim Nähen.

Herzliche Grüße von Emma

Kategorien
Highslide for Wordpress Plugin